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Schulgeschichte

Aus dem Leben des Dr. Konrad Duden

Aus dem Leben des Dr. Konrad Duden

03.01.1829 wurde Konrad Duden auf Gut Bossigt in Lackhausen bei Wesel geboren. 

1837 - 1846 wohnte er in Dinslaken und besuchte das Gymnasium in Wesel. 

Ab 1846 studierte Duden nach gut bestandener Reifeprüfung in Bonn Philosophie, klassische Philologie, Geschichte und Germanistik. 

Aus finanziellen Gründen brach Duden 1848 nach nur 4 Semestern sein Studium ab und ging als Hauslehrer nach Frankfurt am Main. 

1854 legte er die Lehramtsprüfung trotz abgebrochenen Studiums mit der Note "Im ganzen befriedigend" ab. 

1854 trat Duden als Lehramtskandidat am Archigymnasium in Soest an, übernahm jedoch schon kurz darauf eine Hauslehrerstelle in Genua. 

1854 promovierte er an der Philosophischen Fakultät in Marburg mit seiner Dissertation "De Sophoclis Antigona". 

1858 Übernahme einer freien Lehrerstelle am Archigymnasium in Soest, einer der bedeutendsten Bildungsstätten, die im Zeitalter der Reformation und des Humanismus in Westfalen entstanden waren. 

1860 Beförderung auf die zweite Oberlehrerstelle. 

1861 heiratete Konrad Duden Adeline Sophia Jacob. Vier Kinder wurden in Soest geboren. Drei weitere Kinder kamen in Schleiz zur Welt. 

1867 wurde er erster Oberlehrer und übernahm als Prorektor die stellvertretende Schulleitung.

Am 5. September 1869 wurde Duden zum Direktor des Städtischen Gymnasiums in Schleiz im Fürstentum Reuß ernannt. 

1871 Veröffentlichung von Dudens Anweisungen "Zur deutschen Rechtschreibung". 

1872 Veröffentlichung seines Buches "Die deutsche Rechtschreibung. Abhandlung, Regeln und Wörterverzeichnis. Für die oberen Klassen höherer Lehranstalten und zur Selbstbelehrung für Gebildete. Leipzig 1872." 

1876 Einladung zur Rechtschreibekonferenz in Berlin. 

1880 Veröffentlichung des ersten DUDEN-Wörterbuches: "Vollständiges Orthographisches Wörterbuch der deutschen Sprache, Leipzig 1880". 

1876 - 1905 Direktor des Königlichen Gymnasiums in Hersfeld. 

18.9.1905 Eintritt in den Ruhestand (im 77. Lebensjahr!). 

Am 1. August 1911 starb Konrad Duden in Wiesbaden-Sonnenberg. Er wurde jedoch auf seinen Wunsch in Hersfeld beigesetzt.


Baugeschichte der Konrad-Duden-Schule

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Baugeschichte der Konrad-Duden-Schule, vormals Alte Klosterschule

von Peter Imhof

Die Konrad-Duden-Schule ist eine von drei schulformbezogenen Gesamtschulen für die Klassen 5 bis 10 in Bad Hersfeld.

Ihren Namen erhielt die Schule im Jahre 1980 in Erinnerung an Dr. Konrad Duden, den "Vater der deutschen Rechtschreibung". Duden wirkte hier von 1876 bis 1905 als Direktor des Königlichen Gymnasiums. Während dieser Zeit entstand der "Altbau" der KDS im Stil der Neorenaissance. 1980 erhielt die Schule den oben abgebildeten Neubau, der in Form und Farbe eine Verbindung zwischen der alten Bausubstanz und der modernen Architektur des 20. Jahrhunderts darstellt. Nach Renovierung des historischen Aulagebäudes und der Einrichtung moderner Fachräume für die Arbeitslehrefächer wurde 1996 endlich mit dem Neubau einer Sporthalle begonnen.

Vom Schuljahr 2002/2003 an bot die Schule als erste des Kreises schulformbezogene Eingangsklassen, um Kinder aller Schulformen ihren Begabungen und Neigungen entsprechend optimal fördern zu können. Der Hauptschulzweig führte von Klasse 5 bis 9 zum Hauptschulabschluss, der Realschulzweig und der Gymnasialzweig jeweils von Klasse 5 bis 10 zum mittleren Bildungsabschluss.

Seit Beginn des Schuljahres 2008/2009 bietet die KDS in den Jahrgängen 5 und 6 wieder eine Förderstufe an. Die Eingangsklassen in der Haupt- und Realschule wurden aufgegeben. Die Eingangsklasse im Gymnasialzweig blieb bestehen. Näheres kann unter dem Punkt Organisation Jg. 5/6 im Hauptmenü nachgelesen werden.

Schülerinnen und Schüler des Gymnasialzweiges besuchen in der Regel anschließend die gymnasiale Oberstufe an der Modellschule Obersberg und legen dort die Reifeprüfung ab.

Daneben bietet unsere Schule das 10. Hauptschuljahr, in dem leistungsstärkere Hauptschülerinnen und -schüler nicht nur den erweiterten Hauptschulabschluss, sondern sogar den mittleren Bildungsabschluss erwerben können. Die Schule hat zur Zeit über 900 Schülerinnen und Schüler. Unser Einzugsbereich ist die Kernstadt von Bad Hersfeld mit den Stadtteilen Johannesberg, Eichhof, Frauenberg, Asbach, Beiershausen und Kohlhausen. Wir sind Ausbildungsschule für Lehramtsreferendarinnen und -referendare des Studienseminars 24 in Bad Hersfeld.

Der Schulkomplex mit der Hausnummer Neumarkt 33 in Bad Hersfeld hat sich in einer Zeit von über 400 Jahren entwickelt. In den Gebäuden des alten Franziskanerklosters von 1229 gründete 1570 der Stiftsabt Michael die Klosterschule. Bettelorden siedelten sich gerne in Randlage von Städten in der Nähe der Stadtmauer an. Vermutlich wurde das Kloster während der Reformationszeit bzw. im Bauernkrieg aufgegeben. Zwei Gewölbe im Keller des Mittelbaues haben die Zeiten überdauert. Unter dem heutigen (oberen) Pausenhof werden die Fundamente der Klosterkirche vermutet.

Wenn man heute vom Neumarkt her den Schulhof betritt, fällt zuerst der rote Mittelbau auf, welcher 1687 bis 1891 als zweigeschossig dreiflügeliger Bau errichtet worden ist. In diesem Gebäude sollen noch wesentliche Mauerwerksteile des Franziskanerklosters verwendet worden sein. 1855 wurde dem zuerst zweigeschossigen Gebäude ein weiteres Geschoss mit einem Glocken- und Uhrentürmchen aufgesetzt.

Über dem Hofportal des Mittelbaues ist eine jugendliche weibliche Gewandfigur angebracht, die ein Buch in der rechten Hand hält. In der linken Hand soll sie früher ein Zaumzeug gehalten haben. Die Schrift "Doctrina et disciplina", d.h. "Unterricht und Erziehung", verweist auf diese Attribute. Außerdem befindet sich über dem Portal eine lateinische Inschrift, welche übersetzt heißt: "Es reicht nicht, den Jugendlichen mit gelehrten Büchern zu langweilen, man muss schlechte Leidenschaften bändigen und zügelloses Benehmen mit dem Zaum strenger Disziplin lenken. So wird er gut unterrichtet sein." Im Jahre 2000 wurde eine umfangreiche Sanierung des Mittelbaues einschließlich eines heiß umkämpften roten Farbanstrichs abgeschlossen.

Das freistehende Aulagebäude wurde 1875 bis 1877 östlich des Mittelbaues nach Plänen des königlichen Kreisbau-Inspektors Friedrich Griesel erbaut. In diesem Gebäude waren ein Turnsaal und die Aula, deren Wände durch korinthische Pilaster geschmückt sind, untergebracht. Im Treppenhaus des zweigeschossigen Klinkerbaus befindet sich eine Gedenkstätte des Ersten Weltkrieges mit Namenstafel, einem Geländer mit schwertförmigen Stäben und einem bleiverglasten Fenster, welches mit einem Reichsadler und der (unvollständigen) Inschrift "pro patria 1914/18" versehen ist. Gestiftet wurde dieses Fenster von Fritz Rechberg und Ludwig Braun. Dieser Eingangsbereich macht den Eindruck einer in dieser Zeit beliebten Ruhmeshalle. Nördlich des Aulagebäudes befindet sich die 1925 eingeweihte und nach dem hier tätigen Turnlehrer Wilhelm Berge genannte Bergehalle. Sie wurde damals von der Vereinigung ehemaliger Klosterschüler als Freiluftturnhalle gestiftet und seit 1952 als geschlossene Turnhalle genutzt.

Kurzfristig war die Bergehalle vom Abriss bedroht. Das Aulagebäude und die Bergehalle wurden 1993/1994 durchgreifend modernisiert und zu Unterrichtsräumen umgestaltet. Die Aulanutzung blieb bestehen. Wände und Decke wurden restauriert. Westlich vom Mittelbau befindet sich das am 1. Juli 1909 eingeweihte, großvolumige Schulhaus. An dessen Stelle hatten zuvor das Waisenhaus der Stadt und ein Lehrerwohnhaus mit Scheune gestanden.

Bei der Gestaltung des mächtigen Baukörpers griff das königliche Hochbauamt auf Renaissanceformen zurück. So schmückten z.B. Voluten und Kugelbekrönungen den Ostgiebel des Nordflügels. In den Klauen des Reichsadlers mit Stadtwappen befindet sich die Datierung 1908. Die Fenster sind mit Werksteingewänden gerahmt. Im zweiten Obergeschoss des Komplexes zum Neumarkt sind auffällige Fensterarkaden zu erkennen. Hier war ursprünglich der Zeichensaal der Schule vorgesehen. 

Der Haupteingang des Schulgebäudes ist mit Pilastern und einem Tympanon versehen, das Giebelfeld trägt ein symbolträchtiges Relief mit Buch, Bienenkorb, Lorbeer und Eichenlaub. Das Werksteingewände dieser Türe schmücken blühende Apfelzweige und Distelblätter. Über dem Nebeneingang ist ein Relief mit Apfelbaum und dem Spruch "Inter folia fructus" - "zwischen Blättern die Frucht (oder Früchte)" - angebracht. Im Gebäude befindet sich ein Treppenhaus mit Doppelsäulen und einem dekorativen Kreuzgradgewölbe neben Jugendstilformen, zum Beispiel teils farbige Verglasungen der Fenster im Treppenhaus, Treppengeländer und Wasserbecken auf den Fluren. Eine weitere Gedenktafel im Haupttreppenhaus erinnert an die Toten des Ersten Weltkrieges.

Der Hauptzugang zum Schulhof erfolgt über einen Torbau, welcher aus zwei Türmchen mit Glockenhauben und aus einem prächtigen Torbogen mit Dreiecksgiebel und Voluten besteht. Dieser imposante Torbogen wäre auch einer Schlossanlage würdig. Im Rahmen der Verlegung der gymnasialen Oberstufe an die Obersbergschule wurde Anfang der 70er Jahre vom Schulträger über die Planung eines Neubaus nachgedacht. Dabei wurde auch über den Abriss des sogenannten Mittelbaus diskutiert. Es war keine leichte Aufgabe, den damaligen Landrat von dieser Planung abzubringen. Der erforderliche Neubau wurde später als Bindeglied zwischen dem Mittelbau und dem südlichen Bereich des Hauptgebäudes eingefügt. Der durch das Architektenbüro Wilhelm Kirschner und Partner in Heringen geplante und errichtete Neubau wurde 1980 ein-geweiht. Der gleiche Architekt errichtete 1997 die mit einem Tonnendach versehene Turnhalle im Anschluss an den Mittelbau und das Aulagebäude.

Nach den umfangreichen Sanierungsarbeiten im Mittelbau, im Aulagebäude und in der Bergehalle stehen ab dem Jahre 2001 die Sanierungsmaßnahmen in dem von 1909 stammenden Hauptgebäude an. Es ist zu wünschen, dass diese Sanierung in dem gleichen Geist wie bisher weitergeführt wird, nämlich dass trotz des heute erforderlichen Standards der bauliche Eindruck der Gebäude innen wie außen erhalten bleibt.


Die Schulglocke

Die Schulglocke

von Anke Goldberg

Mehr als 300 Jahre lang läutete eine Glocke die Schulstunden der Alten Klosterschule ein und beendete diese auch wieder. Ihren Klang mögen über die Jahrhunderte gemischte Gefühle begleitet haben - vielleicht Aufregung und Spannung am Morgen oder ein Seufzer der Erleichterung am Ende eines Tages. Wie dem auch war, die Glocke gehörte zum Schulalltag und war nicht wegzudenken. Doch seit 1917 herrschte Schweigen im Turm. Der Erste Weltkrieg forderte seinen Tribut: Die Glocke wurde für die Rüstungsindustrie eingeschmolzen.

Längst hat der elektrische Gong das Stundenläuten übernommen. Aber die Glocke fehlte doch und spätestens die Sanierung des Holztürmchens im Jahre 2000 machte bewusst: Nicht nur der älteste Teil, sondern der gesamte Gebäudekomplex der Konrad-Duden-Schule wird erst dann wieder "perfekt" sein, wenn über den Schulhof vom Türmchen aus eine Glocke erklingt.

Dank zweier Sponsoren, der Sparkassenstiftung Hersfeld-Rotenburg und des Modezentrums Sauer, war es im Sommer 2001 soweit: Eine neue Bronzeglocke, gefertigt von der Firma Turmuhrenbau Meißen, erfüllte mit ihrem Klang, dem Schlagton "a2+4" am 3. August den Schulhof der Konrad-Duden-Schule. 58 Kilo schwer ist sie und trägt die Inschrift "Gestiftet im Jahre 2001".

Modern ist sie auch, denn sie wird nicht wie die Glocke in früheren Zeiten mit Lederriemen bedient, sondern läutet per Knopfdruck. Nicht jeden Tag soll sie erklingen. Zu besonders freudigen Anlässen wie Ferienbeginn, Einschulung oder Schulfesten wird sie Kollegium und Schülerschaft erfreuen.


Abschluss der Sanierung 2003

Abschluss der Sanierung 2003

von Reiner Standke

Endlich! Nach diesem Stoßseufzer ist allen zumute, die in irgendeiner Form in die seit Jahren dauernde Sanierung unserer Schulgebäude involviert waren. Nach der Innensanierung des Verwaltungsgebäudes, dem Neubau einer zeitgemäßen Sporthalle, der Außenrenovierung des Verwaltungstrakts und des Altbaus ist nun auch die über zwei Bauphasen dauernde Innenrenovierung des Altbaus abgeschlossen.

Mit erheblichem finanziellen Aufwand durch den Schulträger und unter detail-genauer Beachtung denkmalschützerischer Vorgaben ist ein städtebauliches Kleinod wieder in das rechte Licht gerückt worden. Ein Gang durch die prächtigen Flure und Treppenaufgänge versetzt den Besucher in die Welt der "Feuerzangenbowle", obwohl alle Einrichtungen mit der neuesten Technik ausgestattet sind und selbstverständlich den aktuellen Sicherheitsstandards entsprechen.

Der Schulbetrieb verfügt wieder über alle benötigten Klassenräume, die während der mehrjährigen Bauphase durch Provisorien ersetzt werden mussten. Damit stehen den Naturwissenschaften und den Bereichen Kunst, Musik und Arbeitslehre endlich die dringend benötigten Fachräume wieder zur Verfügung, die zwischenzeitlich als Klassenräume genutzt werden mussten.


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